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  30 Jahre Depeche Mode: musikexpress. märz 2011
13.02.2011, 02:51 
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musikexpress. MÄRZ 2011



Что означает, для каждого поклонника Depeche Mode, дата 20 февраля 2011 года?

10 февраля, в Германии, поступил в продажу свежий выпуск музыкального журнала "Musikexpress". В котором большинство материала будет посвящено 30-летию легендарной и всеми любимой группы Depeche Mode.

На обложку выпуска был выбран David Gahan, так как он ответил на несколько вопросов просвещённых юбилею группы.

Не забыли в журнале и о Daniel Miller, Daryl Bamonte, Deb Danahay и Robert Marlow, которые помогали Depeche Mode достичь музыкальных успехов и вершин хит-парадов.

Та же на многие вопросы издания, ответил и сам мистер Andrew Fletcher, который по такому случаю, дал большое интервью.

И пожалуй самым ожидаемым эксклюзивом, будет ранее не публиковавшиеся фотографии с концерта Depeche Mode в Markthalle в Гамбурге (возможно имеется ввиду фото-сессия на концерте 25.09.81 - прим. NLMDA).

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27.02.2011, 15:42 
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Andrew Fletcher: Der dritte Mann

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Wie hat sich Depeche Mode seit den Tagen als Teflonteenieband vor 30 Jahren verändert? Eine Antwort gibt dieser Fragebogen durch Alphabet und Zeit. Am Telefon zugeschaltet: Andy Fletcher.


Wie hat sich Depeche Mode seit den Tagen als Teflonteenieband vor 30 Jahren verändert? Eine Antwort gibt dieser Fragebogen durch Alphabet und Zeit. Am Telefon zugeschaltet: Andy Fletcher.

A

All things change

Herr Fletcher, alle Dinge gehen ihren Lauf – wie hat sich Depeche Mode in den vergangenen 30 Jahren verändert?


So viel Zeit haben Sie nicht! Nein, es ist zu viel passiert, seit den Tagen, an denen wir hinten in einem Van kauerten und nach der Arbeit die An­züge abstreiften, um Zukunftsmusik zu spielen.

Ist Depeche Mode noch eine Band – oder vielmehr ein Unternehmen?

Ich mag den Gedanken, dass wir noch immer eine Band sind.

Was würde der 16-jährige Jungchrist Andy wohl über den Mann sagen, zu dem er heute geworden ist?

Ehrlich gesagt, hatte ich mit 16 keinerlei Erwartungen. Eigentlich wollte ich nur einen sicheren Job. Am liebsten bei einer Bank.

B

Basildon

Wie fühlte es sich an, in Basildon aufzuwachsen?


Basildon ist eine New Town, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde. Eine Schlafstätte für eifrige Arbeiter. Und ehrlich gesagt war dies nicht so schlecht: Wir hatten ein Haus, einen Garten, sogar eine Toilette in den eigenen vier Wänden.

Als was für einen Jungen muss man sich Fletch vorstellen?

Ich war ein ziemlicher Nerd, gut in der Schule, frommer Christ, ein eifriger Kricket- und Fußball-Spieler. Vince kannte ich aus der Boys Brigade (christlich-militärische Pfadfinder – Anm. d. Red.), Martin traf ich mit 11 in der Schule. Damals war es okay, in Basildon aufzuwachsen. Leider ist die Stadt heute ein Ort mit hohen Arbeitslosenzahlen, rauchenden Teenage-Mums und dergleichen.

C

Composition of Sound

Bevor Dave Gahan der Band beitrat, firmierten Sie unter dem Namen Composition of Sound. Wäre diese Band ebenso erfolgreich geworden wie Depeche Mode?


Niemals. Depeche Mode klingt verwegener, geheimnisvoller.

D

Deutschland

Wie erklären Sie sich die Liebschaft zwischen der Synth-Band und ihren treuesten Anhängern?


Wirklich rational kann ich es nicht erklären: Ist es die romantische Veranlagung der Deutschen zu schwerem, teilweise düsterem Synth-Pop? Keine Ahnung! Andererseits haben wir wirklich hart dafür gearbeitet. Das erste Konzert außerhalb Englands fand in Hamburg statt. Und: Die Deutschen haben es uns sehr hoch angerechnet, dass wir in den Hansa-Studios aufgenommen haben.

E

Enjoy The Silence

Jede Show, das alte Lied: Wie motiviert man sich, wenn man seit Jahren dieselben Hits runterleiert?


Wir nehmen es sportlich. Unsere Shows haben ja fast schon einen Musical-Charakter, und auch dort geht es darum, eine gute Darbietung abzuliefern. Abend für Abend.

F

Fans

Kaum eine Band dieser Tage hat derart loyale Fans wie DM.


Wir haben einzigartige Fans. Und: Sie haben erstklassige Manieren. Sie sind höflich, nicht aufdringlich, und wissen sich zu benehmen.

Manch einer reist Ihnen seit 30 Jahren hinterher.

Und sie sind längst Teil von Depeche Mode, echte Freunde. Sie waren von Anfang an dabei. Ohne diese Hardcore-Fans wäre Depeche Mode nicht das, was es heute ist …

… größer als die eigentliche Band?

Absolut richtig!

G

Gahan/Gore

Zwei hyperegomane Kollegen: Sie waren immer der dritte Mann im Band-Gefüge.


Ehrlich gesagt war es schwieriger, als wir zu viert waren.

Wie geht es Mr. Gahan dieser Tage?

Er lebt sehr gesund. Noch wichtiger: Es geht ihm gut. Und, soweit ich das beurteilen kann: Er ist glücklich.

H

Hits

Im Februar 1981, vor 30 Jahren also, hatte die Band ihren ersten kleinen Hit: „Dreaming Of Me“ chartete auf Platz 57 der englischen Hitparade. Können Sie sich an den Tag erinnern, als dies passierte?


Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich das Stück erstmals im Radio hörte: Ich war zu Hause, hörte die ersten Akkorde und konnte mein Glück kaum fassen.

Dennoch kündigten Sie Ihren Job in der City vorerst nicht.

Nein, dafür hatte ich zu viel Angst.

I

Internet

Depeche Mode hat mehr als 100 Millionen Alben seit 1981 verkauft. Aber auch eine Band wie Depeche Mode leidet unter der Piraterie im digitalen Zeitalter.


Verstehen Sie mich nicht falsch, aber: Das Internet ist großartig für Depeche Mode. Unsere Fans können sich austauschen, organisieren – und schaffen so etwas, das einzigartig ist, etwas, das früher niemals möglich gewesen wäre.

J

Just Can't Get Enough

Herr Fletcher, wie lange noch?


Darüber machen wir selber Witze. Und zwar schon lange. Insgeheim hoffen wir natürlich, nicht so lange auf der Bühne zu stehen wie die Stones. Ich bewundere die Stones für alles, was sie erreicht haben. Dennoch hoffe ich, dass wir früher den Abgang schaffen.

K

Kick-off

Das erste Konzert – woran erinnern Sie sich?


Das war im Mai 1980. Ich erinnere mich daran, dass sich Dave beinahe in die Hosen gemacht hat. Er hatte wirklich Schiss. Martin fiel es leichter, da er in beiden Bands spielte, die an dem Abend auftraten.

Wie lange dauerte die erste Show?


Ungefähr 40 Minuten.

Wie viele Zuschauer standen da?

Etwa 100.

Und danach haben Sie sich erst einmal richtig betrunken?

Das haben wir schon davor. Sonst wären wir niemals angetreten.

L

Legacy

Was würden Sie denn gerne im Lexikon für Populärmusik aus dem Jahr 2100 unter dem Stichwort „Depeche Mode“ lesen?


Darum muss ich mich Gott sei Dank nicht mehr kümmern, schließlich bin ich dann schon tot. Deshalb interessiert mich das auch nicht mehr.

M

Manager

Ein Journalist notierte einst: „Die Arbeitsteilung bei Depeche Mode ist seit Langem wie folgt festgelegt: Martin Gore schreibt die Songs, Dave Gahan singt sie und Andy Fletcher erscheint bei Foto-Terminen und löst die Schecks ein.“


Und nicht einmal das stimmt: In Wirklichkeit löst Dave die Schecks ein. Er war immer derjenige, der früher die Scheckbücher in einer Tasche mit sich rumtrug, wenn wir unseren Finanzberater trafen.

N

Never change a winning team

Sie trafen Daniel Miller im Bridgehouse vor 30 Jahren. Seither sind Sie sich treu geblieben.


Ja, mit ihm hatten wir wahnsinnig Glück. Er kam nach der Show zu uns und stellte sich vor: „Hi, I am Daniel.“

Der Rest ist Geschichte. Offen gestanden ist Daniel Miller natürlich viel mehr als nur unser Labelchef: Er ist eigentlich das sechste Mitglied von Depeche Mode. Danny war geradezu besessen von seinen Synthesizern, manchmal scherzten wir, er würde die Handbücher einfach aus Spaß auf der Toilette lesen.

O

Older and wiser

30 Jahre Depeche Mode, 30 Jahre Wahnsinn: Wie hat sich das Leben als Band verändert?


Je älter wir werden, desto besser werden unsere Shows.

Was auf den gesünderen Lebenswandel zurückzuführen ist.

Natürlich. Martin ist jetzt seit vier, fünf Jahre trocken, Dave schon viel länger clean. Das muss sich ja irgendwie bemerkbar machen.

Hängt Depeche Mode als Band heutzutage noch backstage ab?

Martin und ich schon, Dave nicht. Er fährt nach einer Show immer direkt ins Hotel, telefoniert mit seiner Familie, entspannt. Er braucht das.

P

Playing The Angel

Gerüchteweise haben Sie im Vorfeld zu den Aufnahmen geschickt die Herren Gore/Gahan besänftigt und es ermöglicht, dass beide Stücke zum Album beitragen.


Es war viel banaler als angenommen: Dave hatte angefangen, selber Songs zu schreiben, also war es ihm wichtig, dass diese gehört werden. Das kann ich sehr gut verstehen. Und Martin natürlich auch. Also haben wir uns hingesetzt und darüber geredet. Natürlich unter der Prämisse, dass Martin der Haupt-Songschreiber der Band war, ist und bleibt.

Q

Quitting

In den Neunzigern gab es Zeiten, in denen wartete man nur auf die Presseerklärung, die das Ende von Depeche Mode verkünden würde: Gahan verbrachte Tage und Nächte in polytoxen Sphären, weder Plattenfirma noch Fans noch die Band wusste, wie es um ihn steht, ob er noch lebt. Gab es nie einen Moment, an dem Sie dachten: „Bis hier und nicht weiter!“?

Nein, den gab es nicht. So viel ich weiß, gab es den bei keinem von uns. Vor allem nicht bei Dave: Die Band war alles, was er noch hatte.

R

Rumors

Welches sind die drei Lieblings­gerüchte, die Ihnen über Depeche Mode zugetragen wurden?


Oh, das ist sehr, sehr schwer. Irgendwie vieles und doch wieder gar nichts. Leider fällt mir gerade gar nichts Konkretes ein, sorry.

S

Songwriting

Gab es eigentlich einen Song, den Sie gerne beigesteuert hätten?


Nein, wieso sollte ich auch? Kaum eine Band kann auf derart großartige Songwriter verweisen wie Depeche Mode. Mit Vince und Martin hatten wir die großartigsten Songwriter, die in den vergangenen 30 Jahren aus England hervorgegangen sind.

Früher haben Sie auf manchen Songs immerhin die Background-Vocals mitgesungen.

Ja, aber in einer Band, in der zwei Menschen so gut singen können, braucht man keinen dritten Mann.

T

Toast Hawaii

Dabei gibt es doch ein unveröffentlichtes Solo-Werk: Toast Hawaii.


Das waren Cover-Versionen. Dummerweise gibt es zwei Kopien. Eine besitze ich, die andere Martin. Wenn also irgendwann einmal das Ding im Internet landet, kann es nur Martin hochgeladen haben. Aber: Es war alles nur ein großer Witz.

Aber mit Dave Gahan am Schlagzeug, Alan Wilder an der Gitarre …

… und Martin an den Gitarren. Ja, eigentlich war es ziemlich lustig.

Den Namen entliehen Sie Ihrem Leibgericht in der Kantine der Hansa-Studios.

Die Toast Hawaii waren legendär.

Wollen Sie es nicht irgendwann doch noch der Welt schenken?

Als Beigabe zum nächsten Musikexpress vielleicht?

Wie gesagt: Meine einzige Sorge ist, dass Martin tatsächlich eine Pressung davon besitzt.

U

Sound of the Universe

Kaum eine andere Tour in der Musikgeschichte war größer angelegt. Geht es noch größer, gewaltiger, massiver?


Ich glaube nicht, nein. Andererseits: „Sounds of the Stratosphere“ klingt ziemlich imposant.

V

Vince Clark

Gab es in den Achtzigern eigentlich eine versteckte Rivalität zwischen Ihnen und Vince?


Nein, niemals, nicht einmal, als er Depeche Mode verlassen hat. Wir waren zwar als Musiker getrennt, blieben aber immer Freunde. Vince ist toll. Gerade hat er einen Beitrag für unser neues Remix-Album beigesteuert.

W

Alan Wilder

Verraten Sie uns, was zwischen Ihnen und Wilder passiert ist, warum er aus der Band ausgetreten ist?


Nichts, was so schlimm wäre, als das wir heute nicht Freunde sein könnten. Alan hat ebenso wie Vince gerade einen Remix abgeliefert.

X

XXX

Gibt es einen Moment in den vergangenen 30 Jahren, der Ihnen nach wie vor eine Gänsehaut bereitet? Etwas, was Sie noch nie der Presse verraten haben?


Ha, nice try. Next!

Y

30 Years

Haben Sie sich als Band eigentlich schon über das große Jubiläum unterhalten?


Wir versuchen, es nicht an- oder auszusprechen. Don’t mention the 30!

Eine verdammt lange Zeit.

Und deshalb ist es gut, dass wir so früh angefangen haben.

Z

Zen

Wie behält man angesichts all des Wahnsinns, der in 30 Jahren passiert ist, seine Sinne beisammen?


Lassen Sie es mich so versuchen: Wir sind vielleicht eine Riesenband, aber keine Celebrities. Wir können immer noch ins Pub oder Kino gehen und ein ziemlich normales Leben führen.








 
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30 Jahre Depeche Mode: Die Geschichte zum Jubiläum

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Vor 30 Jahren veröffentlichten Dave Gahan, Andrew Fletcher, Martin Gore und Vince Clarke unter dem Namen Depeche Mode ihre erste Single "Dreaming Of Me". Eine Geschichtsbetrachtung.


Diese Geschichte ist zu groß, um sie von einer Person erzählen zu lassen. Im Februar 1981 veröffentlichten Vince Clarke, Martin Gore, Andy Fletcher und Dave Gahan ihre erste Single, „Dreaming Of Me“. Ein halbes Jahr später tourten die Teenager bereits durch Europa. Was in den darauffolgenden Jahren geschah, ist weitläufig bekannt. Doch wie hat alles angefangen? Der Mute-Chef und Depeche-Mode-Entdecker Daniel Miller, Vince Clarkes Jugendliebe und Gründerin des ersten Depeche-Mode-Fanclubs Deb Danahay, der Konzertveranstalter Gary Turner, der Fotograf des ersten Deutschlandkonzerts in Hamburg, Rainer Drechsler, der Nachbar und spätere Tour-Manager Daryl Bamonte, der Sänger von Blacmange, Neil Arthur, und der Schul- und Pfadfinderfreund Rob Marlow er­innern an die ersten Tage von Depeche Mode.

Daniel Miller gründete 1978 Mute Records. Er entdeckte Depeche Mode 1980. Miller ist jedoch mehr Mentor der Band als Chef ihrer Plattenfirma.

"Es fing alles mit der Titelmelodie von „Doctor Who“ an: Ich war zwölf oder 13 als ich zum ersten Mal diese unglaubliche Melodie hörte, die der BBC-Radio-5-Workshop auf Synthesizern komponiert hatte. Ein Klassiker. Später am College besuchte unsere Filmklasse dann einen Dichter und Soundkünstler, der eng mit Pink Floyd zusammenarbeitete. Er hielt einen Vortrag und zeigte uns einen Synthesizer, den ersten, den ich zu Gesicht bekam. So geschehen Ende der Sechziger, damals fingen gerade die ersten Bands an, Popmusik auf Synthesizern zu komponieren. Künstler wie Kraftwerk, Can, Faust.

Dann kam Punk und dominierte für ein paar Jahre die Londoner Musikszene. Als die Tage der Punk-Anarchie vorüber waren, erinnerte sich manch einer in England an die Klänge dieser Maschinen und so begannen wir, die Do-It-Yourself-Attitüde von Punk auf Synthies anzuwenden. Das Ergebnis war bahnbrechend, es klang wie der Soundtrack für unseren eigenen Film, der Synth-Pop war geboren. Das Tolle daran: Man musste nicht einmal drei Akkorde spielen können wie zu Punk-Zeiten, nein, man drehte an einem Knopf, drückte auf eine Taste, und los ging’s. Das konnte jeder, ich also auch, und so fing alles an mit meinem Projekt The Normal und letztendlich auch Mute Records. Eigentlich wollte ich damals nur meine eigene Platte veröffentlichen, doch dann schickten mir irgendwelche Menschen ihre Demos, was ich merkwürdig fand, da ich mich auch nicht als Plattenfirma verstand.

Irgendwann brachte mir ein Bekannter jedoch diese eine Kassette mit, ein Demo von Fad Gadget. Ich war begeistert und wusste sofort: Mit Frank Tovey will ich arbeiten. Bei einem seiner Konzerte traf ich die vier Jungs aus Basildon. Basildon ist eine sogenannte New Town, errichtet nach dem zweiten Weltkrieg, eine Schlafstadt für die Arbeiter vor den Toren Londons.

Daryl Bamonte wuchs mit Martin, Andy und Vince auf, war ihr erster Roadie und späterer Tour-Manager der Band. Bamonte bezeichnet sich selbst als den ersten DM-Fan der Welt.

"Martin und Andy wuchsen im selben Wohnblock auf wie ich. Vince wohnte ebenfalls in unserem Viertel, ihn lernte ich durch meinen älteren Bruder Perry (Anmerkung d. Red: Perry Bamonte, Gitarrist von The Cure) kennen. Es mag komisch klingen, aber die drei waren wirklich nette Jungs, keine Halbstarken, schon gar keine Schläger, wie sonst so viele aus unserer Gegend, sondern im positivsten Sinne des Wortes nett und anständig!"

Robert Marlow spielte mit Martin Gore bei French Look. Er traf die späteren Mode-Mitglieder Vince Clarke und Andy Fletcher bei den Pfadfindern.

"Vince, Fletch und ich trafen uns bei der 5th Basildon Boys Brigade, einer christlichen Pfadfindergruppe. Wir waren damals sieben oder acht Jahre alt. Es gab ständig irgendwelche Zelt­lager und Märsche, wir lernten, Feuer zu machen und im Wald zu überleben, spielten Kricket und Fußball. Sonntags musste man in die Kirche und zur Bibelstunde.

Vince und ich entdeckten sehr schnell unsere gemeinsame Leidenschaft für Musik: Er lernte Geige, ich Klavier, später kam noch die Gitarre hinzu. Manchmal durften wir in der Kirche an die Orgel, das übernahm dann ich, während Vince mich auf der Gitarre begleitete. Schon früh war klar, dass er ein ausgesprochen gutes Gespür für Melodien besitzt. Wir versuchten damals, die aktuellen Hits aus dem Radio nachzuspielen. Ich erinnere mich an furchtbare Versionen von „Pinball Wizard“ von The Who und „Get Back“ von den Beatles. Wir wollten Popstars werden, ganz klar! Mein Vorbild hieß Marc Bolan. Vince stand eher auf Songwriter, auf Simon & Garfunkel, außerdem verehrte er Pink Floyd. Immer, wenn seine Eltern außer Haus waren, machten wir uns Toasts mit Spiegeleiern, dimmten das Licht, zündeten Räucherstäbchen an und hörten Ummagumma.

Irgendwann brachte Fletch seinen Klassenkameraden Martin mit. Er spielte ebenfalls Gitarre, also luden wir ihn zu unseren kleinen Sessions ein. Da waren wir vielleicht zwölf oder 13 und spielten noch immer alles nach, was gerade angesagt war. Das änderte sich, als einer von uns mit einer Kraftwerk-Kassette ankam: Plötzlich gab es diese neuartige Musik, die wie der Soundtrack zu unserem Leben in dieser grauen New Town klang: Kraftwerk, OMD, Gary Numan, New Order, FadGadget, John Foxx, The Normal.

Selbstredend, dass wir auch so klingen wollten. Das führte dazu, dass ich mir als Erster aus der Gruppe einen Synthesizer kaufte, einen Korg 700. Martin begleitete mich auf einem Plastikkeyboard für Kinder. Unsere erste Band nannten wir French Look, Vince und Fletch gründeten ebenfalls eine. Diese hieß No Romance In China und versuchte krampfhaft, wie The Cure zu klingen."

Deb Danahay war die Jugendliebe von Vince Clarke. Danahay gründete 1981 den „Depeche Mode Information Service“, den ersten DM-Fanclub der Welt.

Vince, Martin und Andy gingen ständig zu irgendwelchen Kirchenveranstaltungen. Ich traf sie das erste Mal in einem Pub namens Highway im Stadtzentrum. Rob stellte mir Vince vor, wir unterhielten uns ein wenig. Es war jedoch keine gute Zeit für mich, da meine Mutter an Krebs erkrankt war, doch nur meine engsten Freunde wussten davon. Sie starb wenig später. Unglücklicherweise fragte mich Vince just in dieser Zeit, ob wir uns auch mal zu zweit treffen wollen. Ich freute mich zwar, sagte ihm jedoch ab. Am Abend vor der Beerdigung überredete unser Vater meinen Bruder, meine Schwester und mich, mit ihm einen Drink zu nehmen, um ein wenig den Schmerz zu vergessen. Natürlich liefen wir im Pub Vince direkt in die Arme. Er dachte verständlicherweise, ich hätte unter fadenscheinigsten Gründen abgesagt, weil ich mich nicht für ihn interessiere. Das stimmt so natürlich nicht. (lacht)

Daniel Miller "Die Boys Brigade, was für eine Truppe! Vor allem Martin und Fletch waren sehr anständig, als ich sie das erste Mal traf. Sie tranken keinen Alkohol, rauchten nicht, Drogen haben sie ebenfalls gemieden. Dabei ist die Stadt Basildon bekannt dafür, eine der schlimmsten Drogenhochburgen Großbritanniens zu sein."

Deb Danahay "Dave ging in dieselbe Schule wie ich, hing mit denselben Leuten und auf den gleichen Partys rum. Er interessierte sich früh schon für Mode und war so etwas wie der unangefochtene Star der jungen New-Romantic-Szene von Basildon. Dave wusste natürlich, dass er gut aussieht und bei den Leuten ankommt."

Daryl Bamonte Mein Bruder spielte mit seiner Post-Punk-Band ein Konzert in Southend und da Vince und er gute Freunde waren, fragte er Vince, ob Composition Of Sound nicht als Vorgruppe spielen wollen. Da ich ohnehin vor Ort war, um Kisten und Kabel für meinen Bruder zu schleppen, half ich den Jungs auch beim Aufbau.

Deb Danahay Rob spielte mit Vince bei The Plan und mit Martin bei French Look. Martin, Andy und Vince nannten ihre gemeinsame Band Composition Of Sound. Deren erstes Konzert fand Ende Mai 1980 im Paddocks Community Centre in Laindon statt, es war meine Abschiedsparty, da ich für einige Zeit zum Arbeiten nach Butlins ging. Mein Bruder schrieb über das Konzert in seinem kleinen Fanzine: Er lobte die Jungs, meinte aber, es gäbe Luft nach oben bei beiden Gruppen.

Rob Marlow Dave war anfangs der Soundmann von French Look. Ein auffälliger Kerl, jeder kannte ihn. Er trug immer Schwarz, Lederjacke, Lederhose. Dazu schwarze, stachelige Haare.

Jedenfalls kam er eines Nachmittags zu Proben an die Woodland-Schule und half, die Mikrofone aufzustellen. Nebenan spielten Composition Of Sound, die gerade einen Sänger suchten. Dave ging rüber und sang „Heroes“.

Daryl Bamonte Nicht ganz ein Dutzend Interessenten waren zur Probe erschienen, aber als Gahan „Heroes“ anstimmte, konnte ich an Vinces Gesichtsausdruck ablesen, dass er seinen Sänger gefunden hatte. Was nicht nur an dessen Stimme lag: Dave war schon über Basildon hinaus bekannt. Sein Netzwerk war gewaltig, man kannte ihn im Londoner Nachtleben. Dave hatte schon damals eine ziemlich beeindruckende Präsenz, extrovertiert-schüchtern und sehr charismatisch.

Deb Danahay Letztendlich fragte Vince irgendwann Dave, ob er nicht bei ihnen singen will. Ich weiß noch, wie Dave eines Nachts nach einem Besuch im Pub mit zu mir nach Hause kam: Er erzählte, dass Vince ihm angeboten hatte, der Sänger von Composition Of Sound zu werden und fragte, was ich davon halte. Ich antwortete: „Klar, mach das. Warum auch nicht?“ Doch er zögerte. Er war damals ein schüchterner Junge. Ich vermute allerdings, er wollte einfach ein Kompliment hören, denn kurz darauf erzählte er, dass die Band dann aber Depeche Mode heißen müsse. Leider war ich im Ferienlager, als die Jungs das erste Mal als Depeche Mode in der Schule von Andy und Martin spielten.

Rob Marlow Die Jungs probten anfangs in der Garage unterhalb des Arbeitszimmers von Vinces Mutter. Sie nähte Regenmäntel für Rennfahrer und beschwerte sich sehr bald über den Lärm dort unten in der Garage. Also probten die Jungs mit Kopfhörern, was ziemlich lustig war. Immer wenn man vor der Garage stand, hörte man nur das Klicken der Tasten und Daves Gesang.

Daryl Bamonte Der erste Gig mit Dave fand bei uns in der Schule statt, in der St. Nicholas Comprehensive. Das Konzert kostete 50 Pence Eintritt. Die Bands spielten in einem großen Saal im Obergeschoss. Ich half wie immer beim Aufbau. Dave war supernervös und Vince ärgerte sich darüber, dass Martin in beiden Bands spielte. Er stand in unserer Küche zu Hause und meinte: „Ich setzte Martin auf Drogen.“

Rob Marlow Vince war tierisch sauer, weil Martin in beiden Bands antrat. Aber so ist Martin eben: Er will es allen recht machen. Vince erwartete jedoch ein eindeutiges Engagement. Wir gaben die Vorgruppe, Composition Of Sound, die, soweit ich mich richtig erinnere, ab diesem Abend „Depeche Mode“ heißen wollten, die Headliner. Es war also ein historischer Abend im Juni 1980: Depeche Mode erstmals in voller Besetzung:

Vince, Fletch, Martin und Dave.

Ich fand den neuen Namen pathetisch, der Klang allein schon: Depeche Mode – immer schön auf die französische Aussprache achten. Jedenfalls spielten wir unser Set, Martin geht von der Bühne, wechselt sein Shirt und will wieder hoch. Plötzlich dreht Vince total ab: Er schreit rum, behauptet tatsächlich, wir hätten die Einstellungen an den Synthesizern verstellt! Daraufhin sprachen wir zwei Wochen kein Wort miteinander, was damals einer Ewigkeit gleichkam. Als wir wieder redeten, spielten Depeche Mode bereits im Croc’s in Raleigh, es war unheimlich, wie schnell sich diese Band entwickelte. Der Laden hieß so, weil in einer Ecke tatsächlich ein lebendes Krokodil in einem Aquarium vor sich hin vegetierte.

Daniel Miller Das Croc’s war die Vorstadt-Hochburg der New Romantics. Dave und die Jungs gehörten zur zweiten Generation, High Street New Romantics könnte man sagen. Dabei sahen sich Depeche Mode selbst eher als Futurist-Band, schließlich spielten die handelsüblichen New-Romatic-Bands in klassischer Band-Besetzung, erweitert um einen Synth-Spieler. Depeche Mode hingegen war eine reine Synth-Band. Leider schafften sie es nicht, sich modisch von diesen New-Romantic-Vogelscheuechen zu unterscheiden: Wenn ich mir heute diese SM-Lederhosen-Bikerkappen-Fotos aus den ersten Tagen von DM anschaue, schüttelt es mich.

Rob Marlow Der Ruf des Croc’s war exzellent, The Dammed traten hier auf, Boy George kam vorbei, Gary Turners „Glamour Club“ im Croc’s war ein gigantischer Laufsteg. Es gab eigentlich keine Bühne, man stand am Ende der Tanzfläche – und die Southend-Szene ließ sich nur schwer knacken. Soft Cell sind an diesem Publikum gescheitert. Aber nicht Dave Gahan: Er war einer von ihnen und wusste, wie er sie zum Tanzen bringen würde.

Lesen Sie an dieser Stelle demnächst den dritten Teil unserer Oral History.








 
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да что ж все по ненашенскому то?! :icon_furious:





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Nastenka писал(а):
да что ж все по ненашенскому то?! :icon_furious:


Да не проблем Насть...
вот читай родная...
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** ПоХуану Самбреро **
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